Mittwoch, 23. August 2023

World Heritage Site Taxila

Da wir einen Ausflug zur World Heritage Site Taxila geplant hatten und frühzeitig starten wollten, hatten wir uns um halb neun mit Muhammad und Osman verabredet. Leider hatte es am Vorabend nicht mit dem Stellen des Weckers geklappt, so dass es ein etwas hektischer Start in den Tag wurde. 😅

Taxila ist Luftlinie nur wenige Kilometer von Islamabad entfernt, liegt jedoch auf der anderen Seite der Margall Hills, so dass man ca. 40 km Umweg fahren muss.

Taxila war die historische Hauptstadt des Reiches Gandhara, das sich über die östlichen Gebiete des heutigen Afghanistan und den Nordwesten Pakistans erstreckte. 

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Taxila

Taxila umfasst neben drei historischen Städten diverse Dörfer, buddhistische Tempel und Stupas und erstreckte sich über den Zeitraum von 500 BC bis 500 AC. 

Interessant sind auch die griechischen Einflüsse, da es zu Zeiten Alexanders des Großen besetzt war. Deshalb findet man im zugehörigen Museum neben zahlreichen Buddha-Darstellungen auch Statuetten von Aphrodite und Apollo.



Die Abbildung eines Elefanten an einer Stupa.


Laut Museumsführer eine Tierdarstellung. Ich rätsel noch und habe eher Pac-Man vor Augen. 🤔

Auf dem Weg zur ersten der drei Städte, Sirkap, nutzten wie die Möglichkeit, Zuckerrohrsaft zu probieren. Wird aber nicht unser Lieblingsgetränk.

Obwohl Skupar zweimal durch Erdbeben und einmal durch die Mongolen zerstört wurde, zeigt die Stadt noch immer die systemische Planung, nach der in der Neuzeit auch Islamabad geplant und erbaut wurde.



Die drei Ebenen / Epochen Sirkaps:


Die zweite Ausgrabungsstätte war Mohra Muradu, wo sich eine Stupa und ein buddhistisches Kloster befand.



Der Innenhof mit dem früher mit Wasser und Lotusblüten gefüllten Becken, rundum die Zellen der Mönche.


Auf den Weg zurück nach Islamabad machten wir einen Zwischenstopp am, laut Muhammad, besten Restaurant für Wasserbüffel-Reis. 😁 Also ich fand den Büffel auf alle Fälle lecker! 👍

Als wir zurück waren im Hotel zog sich nachmittags der Himmel zu und wir hatten doch wirklich seit langem unseren ersten Regen. 


Mit Tee auf den Zimmer ließ sich dieser aber auch problemlos aussitzen. Und da hatte man im Englischunterricht der fünften Klasse überlegt, wozu man am Telefon "Tea for two, please" bestellen sollte. 😅


Dienstag, 22. August 2023

BMW Dealer Islamabad

Heute mussten wir nicht ganz so früh aus den Federn, da wir einen Besuch beim BMW Händler in Islamabad eingeplant hatten und die eh erst ab zehn Uhr geöffnet haben. Wir packten unsere Motorräder und verließen das Guesthouse, da wir uns hier nur für eine Nacht einquartiert hatten. Dann ging es für rund 3 km durch die Stadt zu BMW. 



Das Problem war schnell erklärt: am Kardan der GS tritt Öl am Wellendichtring aus. Während wir mit Wasser und Tee versorgt wurden, durchforsteten die Mechaniker das Lager. Leider war für eine 2007er GS nichts passendes auf Lager. Würde man es bestellen, dauert dies 30-40 Tage aus Deutschland. Wir hadern mit dem Timing und werden versuchen, einen Dichtungsring vorab in Indien zu bestellen.

So verblieben wir, dass im Moment nur das Öl im Endantrieb getauscht wird, wir das restliche Getriebeöl in der angefangenen Flasche mitnehmen und im Abstand von 5000 km kontrollieren. Der Ölverlust ist so gering, das akut keine Probleme auftreten sollten.


Der Ölwechsel inklusive 500 ml Original riss immerhin ein gesundes Loch von 24.600 Rupien in die Reisekasse. Rund 76€. Dürfte bei BMW in Deutschland mehr kosten. 😉

Als nächstes suchten wir uns eine neue Bleibe, für zwei Nächte. Etwas komfortabler, ebenfalls mit geschlossenem Parkplatz und Security.

Wir verabredeten uns für den Abend mit Muhammad, einem Gespannfahrer aus Islamabad. Zusammen mit einem Freund und Fahrer kam er uns mit einem Wagen abholen und wir besuchten als erstes die Faisal Moschee, die Platz für 300.000 Betende bietet und nach King Faisal of Saudi Arabia benannt wurde.

Erbaut in 1989, mit 90 m  hohen Minaretten. 

Islamabad ist eine "neue" Stadt, entstanden in den 1960 am Reißbrett. Mit rund 1 Millionen Einwohner ist die Hauptstadt kleiner als Lahore (13 Mio) und Karachi (20 Mio)

Mittlerweile wurde es dunkel, somit war der richtige Zeitpunkt, das Pakistan Monument oberhalb der Stadt zu besuchen. 



Es blieb auch noch Zeit (18 Minuten😅) das zugehörige Museum zu besichtigen.



Zum Essen folgte die Qual der Wahl, ich sprach ein Machtwort und wir landeten wieder in einem Steakhouse. 🤗 😅

Danach brachte uns unser Fahrer zurück zu unserer Unterkunft. Wir sollten heute nicht zu spät ins Bett kommen, da morgen ein früher Start für einen Ausflug ins Umland geplant ist.


Montag, 21. August 2023

Salt Mines Khewra

Nach einer mäßig guten Nacht - mir gingen einfach noch zuviele Gedanken durch den Kopf - konnten wir am Morgen das Hotel ohne Worten Geleitschutz verlassen und nach einem Zwischenstopp zum Tee letztendlich die Salzminen besuchen.

Es ist die größte Salzminen Asiens und die zweitgrößte der Welt. Abgebaut wird das berühmte Himalaja in weiß, rosa und rot, wobei das pinke Salz den Großteil ausmacht und zu 99% exportiert wird.


Klinik in der Mine:


Nach den Besuch der Mine hieß es nun Abschied nehmen von unseren neuen Freunden, die auch auf den langen Heimweg nach Mangowal machten.

Wir verließen Khewra in Richtung Norden, überqueren unseren erst höheren paar in Pakistan, der mit seinen Auswaschungen, Sandpassagen und den bunt bemalen Trucks wirklich etwas von "Pakistan wie aus den Bilderbuch" hatte. 


Unterwegs stießen wir sogar noch auf zwei Kamele (Hochgebirgskamele? 🤣🐪) am Straßenrand.


Die ersten 50km von Khewra bis Chakwal zogen sich, da dies wieder eine einzige Baustelle war. 

Krönung war eine ca. 30m lange Schlamm- und Wasserpassage, vor der ich ziemlich ratlos stand. Keine Idee, wie ich da unfallfrei durchkommen sollte.

Als hinter mir ein einheimisches Motorrad anhielt, hat ich den Fahrer: "Can you drive in front of me? Can you show me the way?"

Er fuhr vorweg und ich stur seiner Linie folgendes hinterher. 👍😂 Klappte gut, und nicht mal die Schuhe wurden dreckig. 

Ab Chakwal lief es dann wieder besser, die Straße war gut ausgebaut, der Verkehr hielt sich in Grenzen. So kamen wir gut durch bis Islamabad, wo wir dann leider im Feierabendverkehr stecken blieben. Am Straßenrand stehend wurde schnell eine Unterkunft gebucht, die Motorräder sicher im Innenhof geparkt und dann ausgehfein gemacht. 

Wir stürzten uns in das Nachtleben von Islamabad, das in der "Blue Area", im Nordosten der Stadt, was so auch in jeder europäischen Stadt aussehen könnte.

Mit einem Besuch im Steakhouse und einer Abschluss-Latte im Rooftop-Cafe konnten wir so noch unseren dreißigsten Hochzeitstag nachfeiern, der während des Escorts untergegangen war. 



"Prison Break" in Khewra

Der heutige Tag hatte es in sich, auch wenn er erstmal ganz harmlos anfing. Gegen neun packten wir unsere sieben Sachen aufs Motorrad. Bevor wir los konnten, gab es noch ein paar Fotos und Videos, und ein kurzes Interview mit dem neun Jahre alten Anchorman Ali, der auf YouTube einen eigenen Channel hat. 

Nachdem alle Aufnahmen im Kasten waren, konnte es losgehen. Ziel für heute waren die Khewra Salt Mines, die zweitgrößten Salzminen der Welt, wo das berühmte rosa Himalaya Salz abgebaut wird. Eine Strecke von 100 km - das sollte doch wohl kein Problem darstellen. 

Google Maps gab eine Fahrzeit von 3,5 Stunden an - sollte uns das zu denken geben? 🙄🤔

Begleitet wurden wir von Syed und seinen Freunden auf zwei Motorrädern. Anfangs lief es gut, wir kamen flott voran und nutzten die Zeit für ein paar Video- und Fotoaufnahmen. 

Nachdem wir den Jhelum River überquert hatten, wurde die Straße schlagartig schlechter, eine riesige, kilometerlange Baustelle. Diese zog sich mehr oder weniger über 50 km. Kurze Passagen mit Asphalt, aber ansonsten viel Sand und Schotter, zwischendurch auch mal Schlamm. Dazu Temperaturen bis 40 Grad. 


Irgendwann war aber auch dies geschafft, wir erreichten Khewra. Noch 5 Kilometer zu den Salzminen. Da das vorgebuchte Guesthouse direkt an der Strecke lag, war der weitere Plan, Zimmer beziehen, duschen, umziehen und dann die Minen besuchen. 

Die Zufahrt zum Guesthouse war jedoch zum einen zu schmal, um auf den Parkplatz zu fahren, zum anderen sah die Unterkunft auch nicht allzu einladend ein. Was also tun?

Ein paar Meter weiter war eine weitere Unterkunft, offensichtlich mit eingezäuntem Parkplatz. Schon besser. Wir also rein, es wurde für uns ein Zimmer klargemacht, wir schleppten unsere Sachen ins Zimmer - zu diesem Zeitpunkt wollten unsere Freunde eigentlich noch am selben Tag wieder zurückfahren, nach den Salzminen.

Dann nahm das Drama seinen Lauf… Der Besitzer des Hotels meinte plötzlich, er bräuchte eine "Permission" der Polizei, um uns zu beherbergen. Wir erinnern uns? Angeblich seit Lahore sind wir "free". 

Also zusammen mit Syed ca. 1 km bis zur letzten Polizeistation. Dort konnte (wollte?) man uns jedoch nicht helfen und blockte ab. Das müsste in der übergeordneten Polizeistation in 5 km Entfernung entscheiden werden. Also dorthin gefahren - auf verdammt nochmal beschissen Straßen mit 20 Speedbumps, wo das Gespann gefühlt bei jedem zweiten aufsaß. 

Als wir dann in der Polizeistation ankamen, saßen wir erst in einem Büro und man wollte uns nicht weiterhelfen. Ich machte auf erschöpft, Arnim auf stinksauer (okay, war er auch), Syed versuchte zu argumentieren. Man blockte ab. Da wir auch nicht gewillt waren, uns abwimmeln zu lassen, wurden wir eine Zuständigkeitsebene höher geschoben. 

Als wir auch dort nicht weiterkamen, ich denke, es war der Leiter der Dienststelle, und dann noch der Vorschlag kann, wir sollten nach Islamabad (160 km Landstraße, ca. 3,5 Stunden Fahrzeit) weiterziehen, wurde die Diskussion etwas heftiger. Der Polizist wurde laut - DAS kann ich auch. Nur dass ich mehr englische Worte pro Minute schaffe, wenn ich erstmal in Rage bin. 🤣

Er argumentierte mit "for your security" und "to avoid harm", worauf ich ihn erstmal erklärte, dass das wohl das genaue Gegenteil ist, um diese Zeit uns zwei Motorradfahrer nach Islamabad verscheuchen zu wollen. Auf die Frage, warum wir zwei denn mit Motorrädern reisen würden, musste ich auch entsprechend ungehalten reagieren. 😅

Nein, ich war nicht wirklich wütend 🤣 Innerlich war ich ruhig. 

Aber es wirkte, wir bekamen die Erlaubnis, im Hotel zu übernachten, um am nächsten Morgen um neun mit Eskorte rausgebracht zu werden, die Salzminen zu besuchen und dann.. zu verschwinden 🤬

Wir mussten nochmal an der ersten Polizeistation vorbei und warten, um dann von einem Polizisten auf einen 70 ccm Moped und mit MG über der Schulter zum Hotel begleitet zu werden. 

Wir parkten die Motorräder, brachten unsere Sachen aufs Zimmer und wollten nun mit unseren Begleitern noch etwas essen gehen, was unsere mittlerweile eingetroffene zweiköpfige Polizeigarde jedoch verhinderte. Wir könnten uns ja was ordern, müssten aber im Hotel bleiben. 😡

Mittlerweile waren zwei Locals mit Auto eingetroffen, den einen hatten wir vorhin schon an der Polizeistation getroffen. Er weiß, wo es ein Hotel gibt, wo wir keine Probleme hätten. So kam es also zum "Prison Break". Wir packten alles in den Wagen und machten uns auf den Weg zum anderen Hotel. 

Damit hatte die Polizeistation vor Ort "gewonnen", wir hatten die Stadt verlassen (und waren erstmal untergetaucht). 

Unterwegs legten wir einen Stopp an einem Gartenrestaurant ein. Durchatmen! Jetzt erstmal zusammensitzen, was essen, puh. Damit fand der Tag dann doch noch ein versöhnliches Ende.

Nach einem Zwischenstopp in einer Eisfabrik, die einem der Locals gehört, checkten wir nun alle in dem anderen Hotel ein, in dem schon wieder ein Polizist auf uns wartete. 

Für unsere Begleiter aus Mangowal war es mittlerweile  zu spät, um noch zurückzufahren. 

Echt jetzt - allmählich bekommen wir hier doch Verfolgungswahn! 😩

Samstag, 19. August 2023

Bagrianwala, Mangowal

Den zweiten Tag in Bagrianwala begangen wir mit einem Luftfilterwechsel an der Himmi - und prompt war eine Schraube verschwunden. 🤔 Wie vom Erdboden verschluckt. Wohl dem, der ein Sortiment an Schrauben im Gepäck hat.😁 Pro-Tipp! 😉

Danach wollten uns die Kinder der Schule unbedingt kennenlernen. Also ging es hoch in die Klassenräume, wo die Kinder von 4 Jahren bis zur neunten Klasse betreut werden. Schon bei den kleinsten wird immer wieder Englisch gesprochen, die eigentliche Unterrichtssprache ist jedoch Urdu. Insgesamt besuchen 100 Schüler die Schule, die auf sehr hohem Standard unterrichtet, jedoch für die Schüler kostenlos ist - im Gegensatz zu den anderen Schulen im Umland, die eine Schulgebühr erheben. 
Am Nachmittag machen wir uns dann zusammen nochmal auf Sightseeing-Tour, zuerst zu ein paar Bauern im Umland, um "Water Buffalos" beim Baden zu sehen und dann selbst in einen Brunnen zu klettern.
Nächstes Highlight war eine Moschee in der Nähe, die komplett nur aus Marmor, ohne Zement oder Stahl, gebaut wurde. Genau genommen wird sie seit 24 Jahren gebaut, denn sie ist noch nicht fertig.
Unsere heutigen Begleiter. 
Danach ging es in die nächste Kleinstadt, Mangowal, wo wir in den Basar eintauchten, allerlei Leckereien probieren konnten und - no risk, no fun - sogar selbst gemachtes Eis probierten. 
Wir immer sorgten wir für den einen oder anderen Menschenauflauf, aber diesmal unter dem Radar der Polizei. 😅

Ankunft in Mangowal
Basar
Handgeschabtes  Eis

Typische pakistanische Leckereien
Nach einen Abschluss im Schnellimbiss ging es zurück zu unserer Unterkunft in Bagrianwala, wo wir noch mit einem mega Geschenk als Erinnerung überrascht wurden.